UX Fail #9: Alles kann, nichts muss.

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Aktive und passive Elemente

Seit der Kehrtwende zum Flat Design wird alles vermeintlich überflüssige (z. B. Schlagschatten von Buttons) weggelassen. Die Folge: Nutzer können nicht mehr intuitiv zwischen aktiven und passiven Elementen unterscheiden.

Wo genau liegt das Problem?

  • Durch die Reduktion des Designs heben sich Interaktionselemente nicht mehr vom Hintergrund ab und werden daher von Nutzern nicht als anklickbar wahrgenommen. Zudem sind Eingabefelder nicht eindeutig ersichtlich und Beschriftungen sind auf ein Minimum beschränkt. Alles sieht „flach“ aus.
  • Dort, wo der Skeuomorphismus Schalter aus der realen Welt bis ins kleinste Detail, inklusive Oberflächenstruktur und Lichtreflexen abbildete, stehen im Flatdesign nur farbige Flächen, wie bspw. ein blaues Rechteck auf weißem Grund mit einem Begriff in weißer Schrift.
  • Für Nutzer ist nicht ersichtlich, was anklickbar ist. In der Annahme, dass auf einer Website weitere Inhalte und Details verlinkt sein müssen, klicken Nutzer schlimmstenfalls auf alles: Auf jedes Icon, jedes Foto, jede Schrift, nur um irgendeinen Link zu finden.
  • Auch nicht als solche erkennbare Eingabefelder machen Nutzer ratlos – und resultieren nicht selten in Anrufen bei der Service-Hotline des Anbieters.

Empfehlungen aus der Usability Forschung:

  • Gehen Sie einen Schritt auf Ihre Nutzer zu und setzen auf das sogenannte „Almost Flat Design“.
  • Ergänzen Sie in diesem Sinne die minimalistische Gestaltung um wichtige Hinweise für die Nutzer, wie bspw. gezielt eingesetzte Schatten, Mikrointeraktionen oder Handlungsaufforderungen.
  • Googles Material Design bietet interessante Ansätze.

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Sandra Schuster

General Manager

089 7404205565