User Testing in Zeiten von Home-Office

Ja, auch wir bei Facit Digital üben uns in der räumlichen Distanzierung und verbringen unseren Arbeitsalltag nun überwiegend im heimischen Arbeitszimmer. Diese Umstellung hat Einfluss auf viele Faktoren: Fragen an Kollegen können nicht mehr einfach durch Zuruf gestellt werden. Der zufällige Tratsch an der Kaffeemaschine entfällt. Morgendlicher Stress in der U-Bahn dafür auch.

Keinen Einfluss hat es jedoch auf die Machbarkeit unserer Studien.

Alle UX- und CX-Studien sind weiterhin möglich

Quantitative Studien laufen natürlich wie gewohnt online weiter und erfreuen sich reger Teilnahme.

Qualitative Studien haben wir bei Facit Digital auch schon in den Zeiten vor Corona online durchgeführt. Was früher allerdings nur vereinzelt angefragt wurde – z.B. bei internationalen Studien oder bei besonders schwer erreichbaren Zielgruppen – wird jetzt zum Standard:

Tiefeninterviews, ethnografische Studien, Fokusgruppen und Usability-Tests für Desktop und Mobile können mit zuverlässigen und erprobten Remote-Tools umgesetzt werden. Die Benutzung der Tools ist einfach und auch für Testpersonen, die keine Digital Natives sind, intuitiv bedienbar. Die Resonanz der Teilnehmer ist aktuell sehr positiv – viele sind offenbar dankbar für ein bisschen Abwechslung zu Hause.

Auch Incentivierung, Simultandolmetschen und Streaming – alles ist erprobt und funktioniert gut online. Für unsere Kunden ist es fast so, als würden sie im Beobachtungsraum unseres Teststudios sitzen – nur für Kaffee und Kuchen muss selbst gesorgt werden. 😉

Mehrwert statt Notlösung

Für manche Projekte hat der digitale Ansatz noch weitere Vorzüge gegenüber persönlichen Interviews im Teststudio. So ist die Rekrutierung nicht auf München limitiert, sondern kann bundesweit oder international erfolgen. Für bestimmte Fragestellungen ist der Ansatz der Remote-Interviews sogar besonders valide, da die Teilnehmer ihre eigenen Geräte in ihrer eigenen Umgebung nutzen. 

Gehen Sie mit?

Die aktuelle Situation erfordert es, Annahmen und eingefahrene Strukturen über Board zu werfen und neue Dinge auszuprobieren. Auch wir stellen täglich aufs Neue fest, dass digitale Kollaboration kein Verlust an persönlichem Kontakt oder Produktivität bedeutet.

Intern bedeutet das für uns ein tägliches Status Meeting mit allen Mitarbeitern via Microsoft Teams oder auch virtuelle Kaffeepausen für den informellen Austausch. Gerade in diesen unsicheren Zeiten, tut es gut, sich neben Projekt-Themen auch über die Stimmung zur neuen Situation auszutauschen. Der Einsatz der Kamera bietet dabei einen erheblichen Mehrwert. Auch wenn ich selbst anfangs davor zurückgeschreckt bin, freue ich mich jetzt darüber, die Gesichter meiner Kollegen regelmäßig zu sehen. Das Gleiche gilt für Telefonate mit Kunden und die Durchführung der Studien: Der Einsatz der Kamera trägt enorm dazu bei, eine natürliche Gesprächssituation zu etablieren.

Selbst interaktive Ergebnis- und Brainstorming-Workshops mit Kunden funktionieren online und wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Alle Teilnehmer waren dabei über ein Konferenz-Tool zugeschaltet und arbeiteten parallel an einem virtuellen Board, auf das sie Post-its anbringen und beliebig verschieben und anordnen konnten.

Lassen Sie uns also das Potenzial der Digitalisierung vollständig ausschöpfen und die Situation nutzen, um gemeinsam innovative Wege zu gehen.

Autor

Michael Wörmann

Theresa Amberger

Als studierte Kommunikationswissenschaftlerin stellt Theresa viele Fragen und geht den Dingen gerne auf den Grund, so auch für die Blog-Reihe „Inside FaDi“. Im UX Consulting bei Facit Digital kann sie diese Leidenschaft mit ihrem Interesse an digitalen Trends und technologischen Neuerungen optimal vereinen.