User-centered Design in Zeiten agiler Entwicklung

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User-centered Design

Viele Entwicklungsteams von Onlinemedien haben in den letzten Jahren die Chance von User Research erkannt. Nutzerzentrierung in der Entwicklung zahlt sich aus: Wenn eine Website rechtzeitig mit Nutzern getestet wird, können Bedienungs- und Akzeptanzprobleme frühzeitig entdeckt und vergleichsweise kostengünstig behoben werden. Nutzer zeigen sich zunehmend kritischer. Ist eine Website oder App nicht benutzerfreundlich und ist die Nutzung mit negativen Gefühlen und Frustration verbunden, ist der Weg zum Wettbewerber nicht weit.

Grundlage für die Entwicklung war früher fast immer das sogenannte Wasserfallmodell und seinen verschiedenen aufeinander aufbauenden Phasen: Nach einer Phase der Entwicklung folgt die Phase der Testung mit ausgiebigen Evaluationen mit Nutzern in User-Experience-Tests. Schließlich werden die Testergebnisse per Bericht an das Entwicklungsteam zurückgespielt und die Website schließlich auf Basis der Ergebnisse optimiert. Optimalerweise folgt eine neue Testphase usw. Nach dem Wasserfall-Modell nähert man sich Phase um Phase einer optimalen User Experience und Usability an.

Nutzerforschung fällt Zeitdruck zum Opfer

So weit, so gut? In der Theorie ist das Vorgehen mit Entwicklungs- und Testphasen nach dem Wasserfallmodell empfehlenswert. In der Praxis fällt aber auf, dass User Research trotz des Wissens um den Gewinn eher rückläufig ist. Aber warum? Das Problem ist, dass die Entwicklungsphasen sukzessiv gestrafft werden. Neue interaktive Produkte sollen nicht lange in der Entwicklerschublade verharren, sondern schnell auf den Markt kommen. Dadurch bleibt häufig kaum noch Zeit für klassische User-Tests, die mehrere Wochen den Entwicklungsprozess stoppen können.

Heißt das, dass auf User Research verzichtet werden muss? Nein, denn auch User Research entwickelt sich weiter.

Schnelle Usertests für agile Projekte

Schnelle User-Tests lassen sich auch in agilen Prozessen unterbringen, ohne die Entwicklung langwierig zu unterbrechen. Zudem lässt sich auch die Testphase agil gestalten, in dem alle Stakeholder (z.B. Entwickler oder Agenturen) die Tests beobachten und parallel aktiv die Weiterentwicklung mitgestalten. Taucht während eines Website-Tests ein Usability-Problem auf, werden direkt Ideen zur Verbesserung gesammelt. Nachdem ein Tag lang mit verschiedenen Nutzern getestet wurde, werden alle Ideen gemeinsam diskutiert und tragbare Lösungen erarbeitet, wie die Website nutzerfreundlicher und angenehmer gestaltet werden kann. Anschließend können die Lösungen im Prototypen direkt umgesetzt werden. Das Resultat: der Entwicklungsprozess wurde kaum unterbrochen und Designentscheidungen können trotzdem im Sinne des Nutzers getroffen werden.

Ein besonders effizientes Vorgehen enthält regelmäßige kurze Testphasen, so dass die Entwicklung immer wieder ein nutzerzentriertes Finetuning erhält. Hier können sowohl unterschiedliche Funktionalitäten wiederholt optimiert werden, als auch verschiedene Bereiche des Interface neu getestet werden. Somit können auch zukünftig die Nutzer in den Mittelpunkt der Entwicklung gestellt werden.

Michael Wörmann

Michael Wörmann

Managing Partner

+49 89 740420-5560